Am 28.6.2026 war es wieder so weit – die Challenge Walchsee über die Mitteldistanz. Nach dem Start im Walchsee im gleichnamigen Ort geht es über zwei Radrunden mit 1.100 Höhenmeter noch vier Runden um den See für den Halbmarathon. Bei diesem traditionsreichen Rennen waren dieses Jahr vier Trisportler am Start – eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr.
Während der Wettkampf früher im September ausgerichtet wurde und es oft sehr schlechtes oder kaltes Wetter gab, wurde er vor einigen Jahren in die wärmere Jahreszeit verlegt. Die 2026er Edition war von der Hitzewelle über Europa geprägt. Der Walchsee hatte über 25 Grad Wassertemperatur und es gab dem Regelwerk folgend ein Neoprenverbot. Beim Start war es mit 28 Grad noch regelrecht kühl während ab Mittag brütend heiße 35 Grad im Schatten herrschten. Zur Challenge für die Mitteldistanz kam also noch die Challenge mit der Hitze hinzu.
Aber lassen wir Kerstin, Stefan, Andreas und Sebastian doch selber zu Wort kommen. Kerstin und Stefan – für Euch war das der erste Start bei der Challenge Walchsee?
Kerstin: Ja in der Tat, das war mein erster Start am Walchsee. Ich muss gestehen, ich bin im Nachhinein froh, dass mich Sebastian überreden konnte, an diesem einzigartigen Triathlon teilzunehmen. Andreas und Sebastians Erzählungen nach hatten sie wirklich nicht übertrieben. Es war wirklich ein super schöner Triathlon. Als begeisterte Rennradlerin weiß ich, wie andere Radstrecken bei einem Triathlon trostlos wirken können. Die Radstrecke am Walchsee ist echt ein Traum. Anspruchsvoll, aber dennoch sehr gut fahrbar. Die Bergkulisse lässt keine Wünsche übrig und das lässt uns Radsportler schwach werden.
Stefan: Ja, für mich es war der erste Start hier, eigentlich geplant für 2025, aber nach den Fuß OP und dem Nierenstein, war ich letztes Jahr definitiv nicht in der Lage hier anzutreten, also habe ich es auf 2026 verschoben. Angemeldet hatte ich mich nach dem Ironman in Thun, zu einem Zeitpunkt wo ich tatsächlich mal richtig fit war und Berge mich nicht im Ansatz eingeschüchtert haben. Dieses Jahr war für mich aber alles etwas anders. In dem Jahr Pause hat sich mein Formzustand von Top Fit auf von der Couch zum Kühlschrank reicht’s verschoben. Ich war genau gar nicht bereit für eine Mitteldistanz. Das Training lief zwar gut, aber das Gewicht viel zu hoch und der Wettkampf war eigentlich 4-6 Wochen zu früh. Die angekündigte Hitzeschlacht hat ihr übriges getan, ich funktioniere am Besten bei < 18°C. Zusammengefasst, ich hatte echt Bammel vor dem Start.

Habt Ihr hier übernachtet oder seid Ihr in der Früh angereist?
Kerstin: Die Athleten müssen die Startunterlagen bereits am Samstag abholen. Dafür bin ich schnell rübergefahren. Wir haben es mit einem Verwandtenbesuch in Bad Aibling verbunden und das war dann nicht schlimm. Aber nächstes Jahr würde ich es wie der Rest machen und schon Quartier am Walchsee nehmen. Das ist sooooo schön hier, da hält man es problemlos ein paar Tage aus.
Stefan: Ich bin am Samstag angereist und habe in weiser Voraussicht gleich eine Woche Urlaub gebucht. So konnte ich mich nach den Strapazen der Challenge ausgiebig erholen.
Sebastian: Mir ist der Streß mit einer Anreise am Renntag viel zu groß. Ich brauche das etwas entspannter und orientiere mich an den Profis. Die sind zur Akklimatisierung auch schon ein paar Tage vorher da.
Wie ich Euch einschätze war das Schwimmen ohne Neoprenanzug für Euch ja dann alle super, oder?
Andreas: Für mich ist das eigentlich die Hölle. Ohne Neopren habe ich doch keine saubere Wasserlage und wer weiß was sich alles in diesem Bergsee so tummelt, da spielt mein Kopf einfach etwas Achterbahn. Zugegeben, das Neoverbot kam ja mit Ansage und so stellte ich mich mental bereits ab Freitag darauf ein. Ich fand es gut, dass mich vorher meine Teamkollegen beim Training am Kronthaler Weiher noch auf ein Schwimmen ohne Neo gedrängt haben. Das hat sich jetzt ausgezahlt. Schwimmen war immer schon meine schwächste Disziplinen, doch dieses Jahr bin ich die komplette Strecke ohne Unterbrechung durchgekrault. Und alles ohne Neo, ich bin schon ein bisschen stolz auf mich.
Sebastian: Ich finde Rennen ohne Neo charmant. Da muss man nichts mitschleppen und vor allem den triefenden Anzug hinterher nach Hause bringen. Und wer Angst vor bösen Wassertieren hat, muss nur schneller schwimmen *lacht*
Kerstin: Ich finde eine Neoverbot immer gut, alle haben die gleichen Bedingungen und das Wasser spüren ist ohnehin viel schöner.
Stefan: Mir ist das ziemlich egal, zumindest bis 2 Km. Bei einer Langdistanz mag mein Kopf das „mit Neo schwimmst du auch ohne was zu tun an der Oberfläche“ durchaus. Aber das Wasser war so warm, meine Uhr hat am Vorabend 29° gemessen, da wäre der Neo nur störend gewesen.
Die Radstrecke wird als landschaftlich traumhaft, aber auch sehr herausfordernd beschrieben. Wie ging es Euch dabei?
Stefan: Wie anfangs schon erwähnt bin ich mit 10kg zu viel an den Start. Damit war für mich klar, Bestzeit wird das keine geben. Ich habe es mir also gut gehen lassen und die Landschaft genossen, vor allem die langen Abfahrten waren echt der Hammer, zumindest für alle die 60-70 km/h auf dem Aufleger mögen. Das hat für die Qualen beim Aufstieg mehr als entschädigt.
Sebastian: Die vielen Touren in den Osten des Erdinger Landkreises haben sich dieses Jahr ausgezahlt. Der Anstieg auf der B172 mit fast 150 Höhenmetern ist dieses Jahr erstaunlich gut gegangen. Wenn ich da an die früheren Jahre zurückdenke, das war oft sehr unentspannt.
Wie lief es mit der Hitze auf dem Rad? War es machbar? Ist die Strecke schattig oder eher sonnig?
Andreas: Ich würde sagen, dass 10-20% der Strecke im Schatten sind. Aber die Feuerwehren entlang des Weges haben nicht nur für Absicherung auf der Strecke gesorgt, sondern auch Wasserwerfer aufgebaut. Das war schon cool, durch eine Wand von Wasser zu fahren. Ich habe schon beim Radfahren darauf geachtet, genügend Flüssigkeit aufzunehmen. An der ersten Verpflegungsstelle habe ich ISO und Wasser aufgenommen. Wasser mehr zum Kühlen, das ISO für den ausgeglichenen Elektrolythaushalt.
Sebastian: Ich habe die halbe Wasserflasche immer getrunken und die andere Hälfte genutzt, um den Trisuit nass zu machen. Der neue Castelli-Anzug reagiert da super und man kühlt sofort etwas runter.
Text und Bild (Strobl, Trisport Erding)



