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Von Lauingen nach Roth: Härtetest auf der Mitteldistanz

Meine Teilnahme an der Challenge Roth rückte immer näher – und was wäre eine bessere Vorbereitung als ein ordentlicher Härtetest unter Wettkampfbedingungen? Deshalb entschied ich mich, bei der Mitteldistanz im Rahmen des Triathlons in Lauingen an den Start zu gehen. Hier ist mein Erfahrungsbericht über ein Wochenende zwischen schwäbischer Idylle, organisatorischen Besonderheiten und einem schnellen Rennen auf der Überholspur.

Idyllische Ruhe vor dem Sturm

Zunächst ein paar Worte zum Austragungsort selbst: Die kleine, idyllische Stadt Lauingen an der Donau wirkt stellenweise, als wäre die Zeit ein wenig stehen geblieben. Meine Freundin und ich nahmen uns zwei Tage Zeit, um vor dem Wettkampf ein rundum entspanntes Wochenende zu verbringen. Die lokalen Sehenswürdigkeiten – wie die Altstadt, die Uferpromenade oder der Aufstieg auf den Schimmelturm – hat man zwar relativ schnell erkundet, dennoch genossen wir die ruhige Atmosphäre vor dem Startschuss sehr. Überall in der Stadt gibt es schöne Plätze und historische Fachwerkhäuser zu bestaunen. Besonders gefallen haben uns die vielen Störche, die dort aktuell ihren Nachwuchs großziehen.

Untergebracht waren wir im Hotel Lodner, das sicherlich zu den ersten Adressen in Lauingen zählt. Die hervorragende Küche und die optimale Lage direkt in der Innenstadt – praktisch unmittelbar an der Wechselzone 2 und dem Zieleinlauf – überzeugten uns auf Anhieb. Ein echtes Highlight für uns Triathleten war das frühe Frühstück am Wettkampftag um 6:30 Uhr: Es ließ absolut keine Wünsche offen, auch wenn ich mich kurz vor dem Rennen letztlich für den klassischen, schnellen Kaffee und eine Semmel entschied.

Runden zählen und Logistik: Die Wechselzonen

Nun aber zum sportlichen Teil: dem Rennen. Anfangs sorgte die Streckenführung bei mir für etwas Verwirrung, denn das Format hatte es in sich: zwei Wechselzonen, drei Schwimmrunden, vier Radrunden und anschließend noch drei Laufrunden. Da schwirrten einem im Vorfeld unweigerlich einige Fragen durch den Kopf: Wo geht es genau lang? Wo sind die Wendepunkte? Und wo befindet sich welche Wechselzone?

Etwas unglücklich war gelöst, dass es in der Wechselzone 1 am See weder Kisten noch Beutel für die persönlichen Gegenstände gab. Den Neoprenanzug und das restliche Equipment musste man nach dem Rennen dort wieder abholen – was einen rund 30-minütigen Fußweg bedeutete. In der Wechselzone 2 gab es immerhin kleine Kisten für Laufschuhe und weiteres Material. Leider fehlten dort allerdings nummerierte Radstellplätze, wodurch nach dem Radpart ein kleines Chaos entstand und um die besten Plätze gerangelt wurde. Das eine oder andere Rennrad wurde im Eifer des Gefechts leider auch umgeworfen, obwohl eigentlich ausreichend Platz vorhanden gewesen wäre. Was im ersten Moment vielleicht etwas negativ klingt, war in der Praxis aber halb so wild.

Das Rennen: Vollgas ab der ersten Disziplin

Mein Wettkampftag startete sehr entspannt: Gegen 7:00 Uhr ging es nach dem Kaffee kurz in die Wechselzone 2, um Laufschuhe, Cap und Gels zu deponieren. Anschließend fuhr ich mit dem Rad zum See, um es in der WZ1 einzuchecken und mich vorzubereiten. Nach der Wettkampfbesprechung um 8:30 Uhr und einem kurzen Einschwimmen fiel um 9:00 Uhr der Startschuss.

Die drei Schwimmrunden à rund 700 Meter – jeweils unterbrochen von einem kurzen Landgang (Australian Exit) von circa 20 Metern – absolvierte ich in knapp 39 Minuten. Das war sicherlich nicht meine Allzeit-Bestleistung im Wasser, aber eine absolut solide Ausgangslage.

Danach ging es auf die Radstrecke – und die hatte es in sich, vor allem was das Tempo angeht! Dank der extrem flachen Topografie konnte ich auf den vier Runden, die jeweils durch die Stadt, hinaus ins Umland und wieder zurück führten, einen Schnitt von knapp 40 km/h halten. Ab der zweiten Runde wurde es auf der Strecke zwar zunehmend voller, da der Veranstalter an diesem Wochenende Rekordteilnehmerzahlen verzeichnete. Dennoch gab es meines Wissens keine größeren Zwischenfälle; das gesamte Teilnehmerfeld ging absolut fair und rücksichtsvoll miteinander um.

Abschluss an der Donau und ein starkes Ergebnis

Nach knapp 75 schnellen Kilometern hieß es dann: runter vom Bike und rein in die Laufschuhe! Es standen drei Runden entlang der Donau auf dem Programm. Die Strecke führte aus der Stadt hinaus, am Ufer entlang und wieder zurück. Da viele Abschnitte wunderbar durch Bäume beschattet waren, ließ es sich auch bei den wärmeren Temperaturen sehr angenehm laufen. Allerdings machte sich auch hier das große Teilnehmerfeld bemerkbar: An einigen engen Stellen musste man das eigene Ego kurzzeitig zurückstellen und auf eine passende Lücke zum Überholen warten.

Im Großen und Ganzen bin ich mit meiner Leistung hochzufrieden: Nach 4:03 Stunden überquerte ich als 30. Athlet in der Gesamtwertung die Ziellinie!

Vielleicht wäre hier und da sogar noch ein kleines bisschen mehr drin gewesen, aber als echte Standortbestimmung in Richtung Roth war das Rennen absolut perfekt. Wer kein Problem mit großen Teilnehmerfeldern und dem Zählen von Runden hat, kommt in Lauingen definitiv auf seine Kosten. Gerade für alle, die auf einer flachen und extrem schnellen Strecke einmal austesten möchten, was auf dem Rad wirklich möglich ist, kann ich diesen Wettkampf nur wärmstens empfehlen.

Auch für Zuschauer und Begleitpersonen ist das Format hochattraktiv: Durch die vielen Runden bekommt man die Athleten immer wieder zu Gesicht, und die Wege zwischen den einzelnen Streckenabschnitten sind angenehm kurz. Für mich hat sich das Wochenende voll und ganz gelohnt – gut möglich, dass ich in Zukunft noch einmal in Lauingen an den Start gehe.

Anmerkung der Redaktion: Lukas erreichte sein großes Ziel und finishte mit fantastischen 09:45:52 Stunden bei der Challenge Roth! Herzlichen Glückwunsch! 

Text und Fotos: Lukas Besl