1705 Läufer*innen, ein Weltmeister als Pacemaker und eine Altstadt voller guter Laune: Der 23. Stadtlauf Erding war wieder eine große Party in Laufschuhen
Mikro gegen Laufschuhe: Daniel Unger kennt den Erdinger Sport schon bestens. Bei den vergangenen Stadttriathlons stand Deutschlands einziger Weltmeister über die Olympische Distanz im Triathlon bereits mehrfach als Moderator auf der Bühne und führte mit viel Fachwissen und guter Laune durch den Tag. Diesmal tauschte er das Mikrofon gegen die Laufschuhe und ging beim 23. Stadtlauf als Pacemaker für die 55-Minuten-Gruppe über 10 Kilometer an den Start.
Und was soll man sagen: Seine Schäfchen folgten ihm.
Mit jeder Runde durch die Erdinger Altstadt wurde die Gruppe größer. Sogar zwei Mädchen am Streckenrand hatten auf die passende Gelegenheit gewartet, um kurzerhand in die Weltmeister-Gruppe einzusteigen. Nach vier Runden war die Mission erfüllt: 54:50 Minuten – die 55 Minuten waren ziemlich punktgenau geknackt.
Und ganz ohne Mikrofon ging es dann doch nicht: Bei der Siegerehrung unterstützte Unger gemeinsam mit Sport1-Moderator Hartwig Thöne die Ehrungen, bevor es für ihn am nächsten Tag schon wieder zurück nach Australien ging. Ein kurzer Besuch also – aber einer, der beim Stadtlauf definitiv Spuren hinterlassen hat.
Rekordteilnehmerzahl – und jede(r) läuft seine eigene Geschichte
Denn auch wenn mit Daniel Unger ein echter Weltmeister an der Startlinie stand: Beim Stadtlauf Erding geht es nicht darum, wer der Schnellste ist.
Es geht darum, dabei zu sein.
Um die persönliche Herausforderung. Um die erste Teilnahme. Um die neue Bestzeit. Um vier Runden mit Freunden. Um den ersten Lauf überhaupt. Und manchmal auch einfach darum, am Ende mit einem breiten Grinsen und einem Finisherbier im Ziel zu stehen.
1705 Läuferinnen und Läufer waren in diesem Jahr gemeldet – so viele wie noch nie. Große und kleine, schnelle und gemütliche, erfahrene Wettkampfläufer und absolute Laufneulinge.
22 Kinder der St.-Nikolaus-Schule machten den Anfang und eröffneten wie schon im vergangenen Jahr das „Lauffest für alle“.

Und während vorne um Sekunden gekämpft wurde, ging es weiter hinten im Feld mindestens genauso fröhlich zu.
Ganz vorne schnell. Ganz Erding laut.
Sportlich wurde natürlich ebenfalls einiges geboten.
Tobias Ulbrich von der SV Landshut-Münchnerau, zum ersten Mal in Erding dabei, sicherte sich den Sieg beim Stadtwerke-Lauf über 10 Kilometer in starken 31:25 Minuten. Bei den Frauen gewann Philine Meister von den Munich Athletics in 36:33 Minuten und durfte sich über ihren ERDINGER Sieger-Humpn freuen.



Auch beim 5-Kilometer Stadtwerke-Lauf ging es schnell zu. Hier siegten Anna Brandmeier (TSV Schleißheim) in 19:40 Minuten und Felix Gnosa in 17:12 Minuten.
Doch für die Stimmung waren an diesem Tag nicht nur die Läufer verantwortlich.
Die Cheerleader der Erding Bulls, die Safado Sambatrommler und die Isentaler Schalmeien sorgten entlang der Strecke für ordentlich Stimmung. Dazu kam die legendäre Sound-Kurve, in der die Anwohner einmal mehr bewiesen, dass man für gute Stimmung weder Startnummer noch Laufschuhe braucht.

Bei strahlendem Sonnenschein wurde geklatscht, angefeuert und mitgefiebert. Und wer an einer dieser Stellen vorbeilief, konnte gar nicht anders, als noch einmal ein bisschen schneller zu werden.
Ein Stadtlauf, der von Menschen lebt
Vielleicht ist genau das die größte Stärke des Stadtlaufs: Er gehört nicht nur den Läufern.
Er gehört den Zuschauern. Den Anwohnern. Den Kindern. Den Musikern. Den Vereinen. Den Sponsoren. Und vor allem den vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern, die schon lange vor dem ersten Startschuss unterwegs sind.
Denn hinter so einem Tag stecken unzählige Stunden Organisation, Aufbau, Streckenabsicherung, Verpflegung, Technik, Start und Ziel, Aufräumen – und jede Menge Dinge, die am besten funktionieren, wenn niemand sie bemerkt.
Der Stadtlauf wird mit viel Herz organisiert – und mit noch mehr freiwilligen Händen.
Deshalb geht unser ganz großes Dankeschön an alle, die heute mitgeholfen, angefeuert, aufgebaut, abgesichert, organisiert und dafür gesorgt haben, dass sich 1705 Läuferinnen und Läufer in Erding willkommen fühlen konnten.
Ein ebenso großes Dankeschön geht an unsere starken Partner und Sponsoren: Erdinger Weißbräu, Therme Erding, Sparkasse Erding-Dorfen, Stadtwerke Erding und Spetec. Ohne ihre Unterstützung wäre eine Veranstaltung in dieser Dimension nicht möglich.

Ein Geschenk für Erding
Und was bleibt am Ende? Vielleicht genau das, was den Stadtlauf seit Jahren ausmacht: das Gefühl, gemeinsam etwas Großes auf die Beine gestellt zu haben.
„Was bleibt am Ende zu sagen? Dieser Stadtlauf war für uns alle ein riesiges Geschenk! Man sieht einfach, was ein starkes Ehrenamt sprichwörtlich auf die Beine stellen und bewegen kann. Wenn wir in so viele freudige und strahlende Gesichter blicken dürfen, ist das der absolute Motivator für uns. Danke Erding, danke an das gesamte Team, danke an alle Läufer*innen“, sagt Trisport-Vorstandsmitglied Simone Blumoser.
Und vielleicht lässt sich der 23. Stadtlauf damit tatsächlich am besten zusammenfassen: Ob Weltmeister, Bestzeitenjäger, Laufanfänger, Kind, Elternteil oder Genussläufer – heute war für jeden Platz auf der Strecke.
Oder, um es mit Daniel Unger zu sagen: eine „großartige Party in Laufschuhen“.
Bis zum 24. Stadtlauf Erding, am 19. September 2027!



